Politische Leitvokabeln in der Adenauer-Ära
Frank Liedtke, Karin Böke, Martin Wengeler
Inbunden, 1996
3 319 kr
Del 244 i serien Reihe Germanistische Linguistik
4 079 kr
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Der Band verfolgt drei Zielsetzungen. In einem ersten Schritt werden theoretische und methodische Überlegungen sowie Forschungsergebnisse aus Geschichtswissenschaft, Soziologie und Sprachwissenschaft dargestellt, die die sprachliche Konstitution der Realität in historischen Prozessen in den Mittelpunkt stellen. Damit wird eine Verortung diskursgeschichtlich orientierter sprachwissenschaftlicher Ansätze in einen interdisziplinären Zusammenhang geleistet, der von der germanistischen Sprachgeschichtsschreibung noch kaum zur Kenntnis genommen worden ist. Im zweiten Schritt wird ein eigener methodischer Ansatz begründet, der in der Lage ist, die vielfach geforderte, aber selten praktizierte "tiefensemantische" Analyse von Diskursen zu ermöglichen. Dafür eignet sich der argumentationstheoretisch fundierte Topos-Begriff. Dessen Verwendung in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen wird erörtert, um so eine geeignete Kategorie zu begründen, mit der kontextspezifische Argumentationsmuster eruiert werden können. Im dritten Teil werden die zuvor erarbeiteten Möglichkeiten einer diskursgeschichtlichen Analyse empirisch umgesetzt: Die Fruchtbarkeit der Methode wird anhand der Geschichte der Diskussionen um die Arbeitsmigration in die Bundesrepublik aufgezeigt. Es werden Kontinuitäten und Veränderungen des öffentlich geäußerten Denkens, Fühlens und Wollens zu diesem Themenbereich ermittelt und somit wird ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland geleistet.