Die Alternativenprüfung bildet einen wesentlichen Bestandteil umweltrechtlicher Entscheidungsverfahren. Sie dient nicht nur der Abwägung verschiedener Wege zur Zielerreichung, sondern auch der transparenten Einbindung umweltrelevanter Informationen in Genehmigungs- und Planungsverfahren. Anna Henriette Weininger zeigt, wie dieser Verfahrensschritt - trotz seines Potenzials zur Qualitätssicherung - häufig im Spannungsverhältnis zu Forderungen nach Beschleunigung steht und präsentiert damit eine umfassende systematische Darstellung der Alternativenprüfung im Europa- und Bundesrecht. Analysiert werden Regelungen aus Umweltverträglichkeitsprüfung, Strategischer Umweltprüfung, FFH- und Artenschutzrecht, Chemikalien- und Pflanzenschutzmittelrecht, Wasserrecht sowie Immissionsschutzrecht. Ausgehend von unions- und verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen wird die Alternativenprüfung nach Akteuren, Funktion und Rechtscharakter klassifiziert. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Folgen dieser Einordnung für Durchführung, Fehlerfolgen und Rechtsschutz. Darüber hinaus werden Fragen der Rechtsentwicklung diskutiert: von der möglichen Einführung oder Abschaffung von Prüfpflichten über den Ausgleich zwischen Umweltschutz und Beschleunigung bis hin zu künftigen Optimierungsansätzen und Forschungsbedarf. Die Arbeit bietet damit einen fundierten Beitrag zur dogmatischen und praktischen Weiterentwicklung des Umweltverfahrensrechts.Die Arbeit wurde mit dem Dissertationspreis 2025 der Alumni-Vereinigung der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg e.V. ausgezeichnet.
Geboren 1998; Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Augsburg; 2021 Erstes Juristisches Staatsexamen; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht, Umweltrecht und Planungsrecht der Universität Augsburg; Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht München.
Erster Teil: Grundlagen§ 1 Einführung§ 2 Begriffsbestimmungen: Die Alternativenprüfung im unionsrechtlich durchdrungenen primären UmweltrechtZweiter Teil: Darstellung der Alternativenprüfungen§ 3 Darstellung der ausgewählten AlternativenprüfungenDritter Teil: Systematisierung der Alternativenprüfungen§ 4 Unions- und verfassungsrechtlicher Rechtsrahmen der Alternativenprüfung orientiert an den Akteuren§ 5 Charakter der Alternativenprüfung§ 6 Funktion der Alternativenprüfung§ 7 Erforderlichkeit der AlternativenprüfungVierter Teil: Gestaltung der Alternativenprüfung§ 8 Verfahrensdauer§ 9 GestaltungspotentialeFünfter Teil: Zusammenfassung der Ergebnisse§ 10 Thesen