Vitaliy Mykhaylovskiy gehört zu den wichtigsten Stimmen der neueren ukrainischen Politik- und Adelsgeschichte der Vormoderne. Sein Fokus liegt dabei auf der Region Podolien (ukr. Podillja) im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Diese erste englischsprachige Monographie des Autors ist dabei in mehrfacher Weise verdienstvoll. Sie stellt die Region als „contested borderland" einem internationalen Publikum vor, dem dieser Teil Europas überwiegend unbekannt ist. Dabei synthetisiert er nicht nur seine eigenen Arbeiten, sondern auch die polnische, ukrainische und russische Forschung. Die lange im engen Korsett nationalstaatlicher Historiographien marginalisierte Region rückt daher ins Zentrum einer multiperspektivischen und grenzüberschreitenden Darstellung.[...]Trotz der genannten Kritikpunkte ist es dem Buch zu wünschen, ein breites Publikum zu finden. Mykhaylovskiys Studie führt die „elastische" podolische Adelsgesellschaft in die internationale Debatte ein und kann somit einen weiteren wichtigen Beitrag dazu leisten, die mentalen Grenzenzwischen Ost und West bei der Erforschung der europäischen Geschichte zu überwinden.