Spätestens seit Beginn der COVID-19-Pandemie ist audiovisuell vermittelte Kommunikation fester Bestandteil des beruflichen und privaten Alltags. Diese zunehmende Bedeutung technischer Vermittlung wirft grundsätzliche Fragen darüber auf, was unter sozialer Interaktion zu verstehen ist – und wo ihre Grenzen liegen.Das Buch geht dieser Frage aus soziologischer Perspektive nach und setzt bei den oft impliziten Voraussetzungen klassischer Interaktionsbegriffe an. Im Zentrum der Analyse stehen die Rolle der Sinneswahrnehmungen, die Bedingungen von Kopräsenz sowie die Potenziale wechselseitiger Bezugnahme und Reflexivität.Empirisch werden diese theoretischen Überlegungen durch autoethnografische Beobachtungen aus der universitären Lehre fundiert – insbesondere aus studentischer Perspektive. Diese eröffnet neue Einsichten in bislang wenig beleuchtete Merkmale audiovisuell vermittelter Kommunikation.Aus Theorie und Empirie entwickelt die Studie dazu die Konzepte des synthetischen Interaktionsraums sowie der Face-to-Screen-to-Screen-to-Face-Interaktion.
Suna Ellen Özdemir ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Digital Governance und Service Design, an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg.
Einleitung: In der Einleitung wird das in Forschungsinteresse eingeleitet.- Interaktionstheoretische Überlegungen In diesem Kapitel werden soziologische Interaktionskonzepte erläutert und diskutiert.- Das zugrundeliegende Interaktionsverständnis In diesem Kapitel wird herausgearbeitet, welches Interaktionsverständnis im Verlauf der Arbeit zugrunde gelegt wird.- (Sinnliche) Wahrnehmung In diesem Kapitel werden die Sinneswahrnehmungen fokussiert.- Im Sinne der Interaktionssoziologie – fünf Sinne und ein Okularzentrismus In diesem Kapitel geht es um alle Sinne und wie diese zueinander stehen und Wahrnehmung prägen Insbesondere der Sehsinn wird hier diskutiert.- Die (Fern-)Sinne der Soziologie In diesem Kapitel werden die Synergieeffekte von Hör- und Sehsinn thematisiert.- Kopräsenz In diesem Kapitel geht es um die Rolle der Kopräsenz und wie Kopräsenz verstanden wird.- Jetzt und hier In diesem Unterkapitel wird der zeitliche Aspekt des "Jetzt" oder der Gleichzeitigkeit besprochen.- Jetzt und hier In diesem Kapitel geht es um den räumlichen Aspekt des "Hier", Ein Ort auf dem Kopräsenzkontinuum? – der synthetische Interaktionsraum Hier wird der Vorschlag ausgearbeitet, vermittelte Kopräsenz als "synthetischen Interaktionsraum" zu begreifen.- Vermittelte Kommunikation In diesem Kapitel wird die Rolle der Vermittlung fokussiert.- Computervermittelte Kommunikation Hier wird das allgemeine Konzept der computervermittelten Kommunikation in der Literatur diskutiert.- Audiovisuell vermittelte Interaktion Hier wird der Diskurs auf audiovisuell vermittelte ("Videokonferenz") Kommunikation zugespitzt.- Interaktionsmerkmale und -leistungen Hier wird auf die Bestandteile des zuvor erarbeiteten Interaktionsdefinition und deren Übertragung in vermittelter Kommunikation eingegangen.- Her- und Sicherstellung der Vermittlung Dies ist das erste Bestandteil, die laufende Herstellung von Vermittlung.- Verortung in eigener Umwelt und Herstellung des synthetischen Interaktionsraums Hier ist das zweite Bestandteil, die Rolle von Räumlichkeit und Präsenz.- Turn-taking Das dritte Element behandelt die Sequenzialität von (verbaler) Kommunikation.- Empirische Vertiefung In diesem Kapitel werden die theoretischen Überlegungen durch empirische Beobachtungen angereichert.- (Analytische) Autoethnographie In diesem Kapitel wird die methodische Rahmung erläutert.- Interagieren an der Universität In diesem Kapitel werden die Rahmenbedingen von Interaktion an der Universität überhaupt behandelt.- Universitäre Interaktionsarchitektur.- In diesem Kapitel geht es um die Architektur an der Universität und ihre Rolle.- Im Hörsaal In diesem Kapitel wird spezifisch der Hörsaal mit seinen Affordanzen fokussiert.- Im Seminarraum In diesem Kapitel werden ergänzend die Affordanzen des Seminarraums erläutert.- Interaktion in universitären Seminaren Hier geht es um die Interaktionsordnung in universitärer Lehre.- Interaktionsmerkmale und -leistungen in audiovisuell vermittelter Lehre In diesem Kapitel werden die Ergebnisse aus der theoretischen Diskussion in der Empirie untersucht.- Her- und Sicherstellung der Vermittlung In diesem und den folgenden 2 Unterkapiteln werden die Bestandteile der Interaktion in der vermittelten Empirie betrachtet.- Verortung in eigener Umwelt und Herstellung des synthetischen Interaktionsraums.- Turn-taking.- Sonderformen audiovisuell vermittelter Lehre In diesem Kapitel werden Abweichungen von den zuvor betrachteten Situationen berücksichtigt.- Hybride Lehre – an zwei Orten oder nirgendwo? In diesem Kapitel wird hybride Lehre betrachtet.- Am Ende des Kopräsenzkontinuums – Ist die schwarze Kachel im synthetischen Interaktionsraum? In diesem Kapitel wird das Phänomen der "schwarzen Kachel" in der vermittelten Interaktion betrachtet.- Fazit und Ausblick In diesem Kapitel wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick geboten.- Literaturverzeichnis.