Kinderrechte scheinen en vogue zu sein - jedenfalls in der politischen Rhetorik. Die tatsächlichen Lebensverhältnisse von Kindern - national wie international - sind demgegenüber zum Teil erschütternd. Trotz internationaler Regelungen wie dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes von 1990 und trotz partieller nationaler Gewährleistung von Kinderrechten werden Kinder weiterhin als Soldaten in Kriegen eingesetzt und als billige Arbeitskräfte oder Sexualobjekte ausgebeutet. Die im vorliegenden Band dokumentierten Beiträge widmen sich der Frage, wie das geltende nationale und internationale Recht zum Schutz der Kinderrechte möglichst effektiv angewandt und gegebenenfalls verbessert werden kann. Die Bandbreite der Themen reicht von Fragen des humanitären Völkerrechts in bewaffneten Konflikten über Fragen des internationalen Kindschaftsrechts bis hin zu strafrechtlichen Aspekten der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Darüber hinaus wird die Gewährleistung von Kinderrechten in der Europäischen Menschenrechtskonvention und in der neuen südafrikanischen Verfassung analysiert. Vier der sieben Beiträge sind in englischer Sprache verfasst.
ist Professor für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Rachel Harvey: International Efforts to Prevent the Use of Children as Instruments of War - Yoshie Noguchi: Protecting Children Against Economic Exploitation - An Analysis of Public International Law - Martina Caroni: Das Recht des Kindes auf die familiäre Umgebung - aus der Perspektive der EMRK - Nigel Lowe: To the Best of the Child? Handling the Problem of International Parental Child Abduction - Hans-Jörg Albrecht: Grenzgänger - Internationale Adoption und Kinderhandel - Peter Wilkitzki: Mehr als ein stumpfes Schwert? Internationale Kooperation gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern - J.A. Robinson: Children's Rights in the Constitution of the Republic of South Africa