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Spricht man rechtsvergleichend über die Rolle des Richters im Zivilprozess, hält sich die Vorstellung eines passiven, schweigenden Schiedsrichters im common law im Gegensatz zu einem aktiven, die Parteien unterstützenden und um Wahrheitsfindung bemühten Richter im civil law. Johannes Alexander Kist untersucht, welche Rolle die deutschen Richter und ihre englischen und US-amerikanischen Kollegen bei der Prozessleitung tatsächlich einnehmen. Anlass der Untersuchung ist der Bedeutungsverlust des Zivilprozesses in Deutschland, England und den USA, gekennzeichnet durch den Rückgang der Fallzahlen und das Phänomen des "vanishing trial". Die Aktivierung des Richters, die derzeit weltweit als Trend zu beobachten ist, gilt als Möglichkeit, den bestehenden Problemen und neuen Herausforderungen entgegenzutreten und die Ziviljustiz wieder zu stärken.
Geboren 1989; Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Konstanz und Freiburg; Rechtsreferendariat am Landgericht Freiburg; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht der Universität Heidelberg; 2023 Promotion; Richter auf Probe am Landgericht Stuttgart.
Kapitel 1: Einleitung und Grundlagen§ 1 Einführung in die Problematik§ 2 Forschungsstand§ 3 Ziel der Arbeit und Gang der Untersuchung§ 4 Aufbau der Ziviljustiz und ZivilverfahrensrechtKapitel 2: Der Zustand der Ziviljustiz und die Rolle des Richters§ 5 Der Rückzug der Zivilgerichtsbarkeit in Deutschland§ 6 Das Verschwinden des Trial in den USA§ 7 Sinkende Fallzahlen und weniger Trials in England§ 8 ErgebnisseKapitel 3: Prozessrechtsdogmatik und Rollenverständnis§ 9 Klassische richterliche Rollenbilder§ 10 Der Zweck des Zivilprozesses und die Rolle des Richters§ 11 Das Rollenverständnis in Maximen und Mindeststandards§ 12 ErgebnisseKapitel 4: Der aktive Richter§ 13 Richterliche Aktivität und Justizorganisation§ 14 Richterliche Aktivität und Prozessstruktur§ 15 Richterliche Prozesssteuerung und Prozessförderung§ 16 ErgebnisseKapitel 5: Schluss