Um die Sache der Phanomenologie handelt es sich in den folgenden Meditationen. Sie sind aus der Uberzeugung des Verfassers erwach- sen, dass die phanomenologische Philosophie imJahre 1990nochetwas zu sagen hat, etwas Bedeutsames. Sie ist keineswegs die sagenhafte "Philosophia perennis". Es ist auch nicht so, dass sie die Losung der Probleme aller Philosophen und philosophischen Stromungen zu bie- ten hatte. Abersiespieltnochstetseine unersetzliche Rolleimintellek- tuellen Gesprach unseres Jahrhunderts. Sie verdient es nicht, zu dem alten Eisen geworfen zu werden, das lediglich als Material fur histori- sche Betrachtungen Interesse erregt. Ist im produktiven Denken derer, die der phanomenologischen Be- wegung zugerechnet werden, eine gewisse Erschlaffung eingetreten? "Die Phanomenologen werden sich etwas einfallen lassen mussen", sagte unlangst ein Bekannter. Dieser Rat, diese Mahnung sind jedoch ein wenig einseitig. Das bessere Neue soll ja jeweils aus dem guten Alten erwachsen. Eine Besinnung auf das bereits Geleistete sollte daher allem "Einfallen-lassen" vorhergehen.Die phanomenologische Bewegunghat im Laufe ihrerEntwicklung mancherlei wertvolleDenk- anstosse hervorgebracht, die bisher nicht in ihrer philosophischen Be- deutsamkeit erkannt wurden. An diese Denkmotive ware zunachst anzuknupfen. Dies gilt vor allem in Bezug auf den Initiator der phanomenologi- schen Philosophie Edmund Husserl. Wahrend einige seiner Schriften bekannt, ja uberbekannt sind, bleiben manche seiner intimen Uberle- gungen unbeachtet. Sie fugen sich nicht in das, was man mit einem gewissen Recht die "offizielle Doktrin" nennen konnte. Der Verfasser wird bemuht sein, aufwichtiges Gedankengut Husserls aufmerksam zu machen und es zu verwerten.
I. Meditation ist Erfahrung Fundierend?.- Abschnitt 1. Das wahrgenommene Dingobjekt: Würfel oder Hexaeder?.- Abschnitt 2. Immanente Wahrnehmung und temporale Horizonte.- Abschnitt 3. Immanente Wahrnehmung oder Reflexion?.- Abschnitt 4. Eidos und Erfahrung.- Abschnitt 5. Das vergessene Vergessen und das verlernte Lernen.- Abschnitt 6. Wesentliche Ambivalenz der wahrnehmenden Erfahrung.- II. Meditation Eine Welt, Viele Welten.- Abschnitt 1. Gibt es eine Erfahrung der Welt?.- Abschnitt 2. Ontische Welt und Welthorizont.- Abschnitt 3. Der offene Horizont.- Abschnitt 4. Vielfalt von Welten.- Abschnitt 5. Welt, Endlichkeit und Faktizität.- Abschnitt 6. Die horizontlose Welt der Wissenschaft.- III. Meditation Ontologie des Zusammenspiels.- Abschnitt 1. Erfahrung und Kontemplation.- Abschnitt 2. Leibliche Erfahrung.- Abschnitt 3. Zusammenspiel und Optimalsituation.- Abschnitt 4. Das Spiel der Hände.- IV. Meditation Konstitution und Zusammenspiel.- Abschnitt 1. Mitkonstituenten und Mitkonstituierende.- Abschnitt 2. Lebenswelt und Praxis.- Abschnitt 3. Normativität der Lebenswelt.- Abschnitt 4. Konstitution einer Umwelt.- Abschnitt 5. Höherstufige Tradition.- Abschnitt 6. Vorläufige Zwischenbetrachtung.- V. Meditation Welt im Widerspruch.- Abschnitt 1. Irrtum, Fehlschlag, Konflikt.- Abschnitt 2. Der Andere und der Fremde.- Abschnitt 3. Heimwelt und Fremdwelt.- Abschnitt 4. Fremde draußen, Fremde drinnen.- Abschnitt 5. Die Fremdwelt als Gegenwelt.- Abschnitt 6. Probleme des relativen Sinnes.- VI. Meditation Naturaler Bereich und Welt des Menschen.- Abschnitt 1. Zusammenspiel und symbiotische Verflechtung.- Abschnitt 2. Welt ohne Wahrheit.- Abschnitt 3. Welt ohne Güte.- VII. Meditation die Dimension der Höhe.- Abschnitt 1. Sinn und Sinngebung.- Abschnitt 2. SymbolischesVerhalten.- Abschnitt 3. Dualismus, Monismus, Exteriorität.- VIII. Meditation Grenzen Einer Transzendentalphilosophie.- Abschnitt 1 Die Eigenart von Husserls transzendentalem Denken.- Abschnitt 2. Ethische Erfahrung.- IX. Meditation Absolute Verantwortung.- Abschnitt 1. Das “desiderium” der Getrennten.- Abschnitt 2. Zusammenspiel und ethische Initiative.- Abschnitt 3. Die Absolutheit der Verantwortung.- Abschnitt 4. Das Sagen als Zuwendung.- X. Meditation Vernunftglaube.- Abschnitt 1. “Ent-täuschung” der wissenschaftlichen Vernunft.- Abschnitt 2. Der Phänomenologe am Scheideweg.- Abschnitt 3. Eine Ethik des Friedens.- Abschnitt 4. Zweierlei Wahrheitsethos.- Abschnitt 5. Ratio militans.- Bibliographie.- Namenregister.