Die Rede von der "Wissensgesellschaft" ist in aller Munde. Mit der Aufmerksamkeit für die gewachsene Bedeutung des Wissens geht jedoch auch das Bewusstsein zunehmender Ungewissheit innerhalb der modernen Gesellschaft einher. Wie kann das Recht hierauf reagieren? Wie kann es seine Formen und Mechanismen, insbesondere etwa die Figur der Rechtssubjektivität und die institutionalisierten Kontakte zu seiner Umwelt, so modifizieren, dass es dem Ungewissheitsphänomen angemessen begegnet? Inwieweit gelingt es dem Rechtssystem, das Ungewissheitsmoment nicht nur als abzuwehrende Bedrohung zu begreifen, sondern auch als produktiven Faktor nutzbar zu machen? Auf diese Fragen antworten die Autoren der Beiträge in diesem Band. Die Untersuchungen beruhen auf Vorträgen, die auf einem Symposium an der Universität Hamburg anlässlich der Emeritierung von Karl-Heinz Ladeur gehalten wurden. In einem abschließenden Beitrag antwortet Ladeur auf die Beiträge und verdeutlicht zugleich noch einmal die eigene Position.
ist Inhaber des Lehrstuhls für Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Ino Augsberg: Einleitung: Ungewissheit als Chance - eine Problemskizze - Wolfgang Hoffmann-Riem: Wissen als Risiko - Unwissen als Chance. Herausforderungen auch an die Rechtswissenschaft - Thomas Vesting: Die innere Seite des Gesetzes. Symbolische Ordnung, Rechtssubjektivität und der Umgang mit Ungewissheit - Fabian Steinhauer: Bildkontakt. Zur Anpassung des Medienrechts an Bilder und zum Status der Bilder im Verfassungsrecht - Gunther Teubner: "So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, ...": Zur Diabolik des Netzwerkversagens - Karl-Heinz Ladeur: Soziale Epistemologie der Demokratie. Theoretische Überlegungen zur Bindung von Unbestimmtheit durch Institutionen in der postmodernen Gesellschaft