Die christliche Religion ist für Gotthold Ephraim Lessing ein Lebensthema. Bevor er zur wirkmächtigen Stimme des aufgeklärten Diskurses avanciert, erhält er im heimischen Kamenzer Pfarrhaus, an der Fürstenschule St. Afra und im Leipziger Dunstkreis um Johann Christoph Gottsched eine fundierte religiöse Ausbildung. Steffen Götze blickt aus theologiegeschichtlicher Perspektive auf das Frühwerk des wichtigsten deutschsprachigen Bühnenautors des 18. Jahrhunderts. Durch die Rekonstruktion der Konstellationen und Denkräume des jungen Lessing arbeitet er heraus, wie dessen Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Theologie und Religionsphilosophie sein Menschenbild in dieser formativen Phase prägt. Lessings frühe Texte erscheinen so als populäre literarische Experimente, die zentrale anthropologische Themen der Aufklärung auf überkommene christliche Glaubensbestände prallen lassen.
Geboren 1988; 2008-15 Studium der Ev. Theologie; 2015-16 Studienleiter Theologisches Studienjahr Jerusalem; 2016-17 Lehrkraft für besondere Aufgaben in Münster; 2017-22 Assistent am Lehrstuhl für Neuere Geschichte des Christentums und Konfessionskunde in Bern; Pfarrer der Evangelischen Kirche in Baden.
EinleitungAbschnitt A: Der FreygeistKapitel 1: Am Rand des Gottsched-KreisesKapitel 2: Anthropologie für die BühneKapitel 3: Der FreygeistZwischenfazit: Der nonkonforme Mensch auf der BühneAbschnitt B: Die Lehre vom Glück und der SündeKapitel 4: Von beatitudo bis GlückseligkeitKapitel 5: Heureux à Berlin?Kapitel 6: Die fragmentarische LehrdichtungFazit: Der Mensch? Wo ist er her?