In diesem Band versammelt Alberto J. Quiroga Puertas zwölf Aufsätze, die sich mit der Rolle und der Bedeutung der Rhetorik in Theologie, Literatur und Politik in der Spätantike, genauer im 4. Jahrhundert n. Chr., befassen. Ausgangspunkt der Untersuchungen ist die Annahme, dass religiöse, kulturelle und politische Diskussionen zu dieser Zeit auf dem Schauplatz der Rhetorik ausgefochten wurden. Demzufolge werden in diesem Band Aspekte diskutiert, die in Beziehung zur religiösen Orthodoxie und der Verurteilung der Ketzerei, zur spirituellen Weiterentwicklung, zur Gestaltung eines literarischen Werks oder zu den ideologischen Grundsätzen der rhetorischen Bildung in der Spätantike stehen. Autoren wie Themistios, Libanios, Augustinus, Evagrius, Firmicus oder Kaiser Julian nutzten in ihren Werken rhetorische Hilfsmittel und Strategien, um ihre Argumente zu bekräftigen. Das leicht veränderliche Wesen der Rhetorik förderte ihre Verwendung mit variablem Zweck: Sie konnte sowohl der Hermeneutik als auch der Überzeugungskunst oder der Exegese dienen.