Kooperative Entscheidungswege und Handlungsformen prägen das öffentliche Gesundheitswesen. Welche Rahmenbedingungen gelten für die alten, traditionsreichen, und die neuen Kooperationsformen? Wie ist ihre Wirkung zu beurteilen? Der vorliegende Band erklärt und bewertet Kooperation als Element der Governance des Gesundheitswesens aus unterschiedlichen rechtswissenschaftlichen Perspektiven. Hierzu schlägt er eine Brücke zwischen der Diskussion im Gesundheitswesen und allgemeinen Maßstäben, an die es die gesundheitsrechtliche Diskussion zurück zu binden gilt - wobei die allgemeine zugleich von der speziellen Auseinandersetzung lernt. So werden kooperative Strukturen im Gesundheitswesen von den Grundrechten aus erfasst, auf der Basis der verfassungsrechtlichen Dogmatik des Demokratieprinzips untersucht, unter normsetzungstheoretischen Gesichtspunkten thematisiert und einer institutionenökonomischen Analyse unterzogen. Besonders vor dem Erfahrungshorizont von Praktikern werden der Gemeinsame Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in den Blick genommen und die Medizinischen Versorgungszentren und die Integrierten Versorgung als neue Kooperationsformen kritisch bewertet. Das Wissenschaftliche Netzwerk "Wettbewerb - Kooperation - Kontrolle: Steuerungsinstrumente im Recht des Gesundheitswesens" legt damit, nach Band 1 zum Wettbewerb im Recht Gesundheitswesens, den zweiten Band seiner Arbeitsergebnisse vor. Der dritte Band wird sich mit dem Instrumentarium der Kontrolle im Recht des Gesundheitswesens befassen.
Arndt Schmehl (Herausgegeben von) Geboren 1970; 1998 Promotion; 2003 Habilitation; Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht der Universität Hamburg.Astrid Wallrabenstein (Herausgegeben von) ist Professorin für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt im Sozialrecht an der Goethe-Universität Frankfurt.
Dietmar Boerner: Kooperative Normgebung im staatlich gesetzten RahmenA. EinleitungB. Gemeinsame Selbstverwaltung und der G-BAC. Struktur und Aufgaben des G-BAD. 'Notwendigkeit' im Rahmen der GKVE. Methodenbewertung durch den G-BAF. Qualitätssicherung durch den G-BAG. FazitMargarete Schuler-Harms: Grundrechte als Rahmen verschiedener Kooperationsformen im GesundheitswesenA. Zum Begriff der KooperationB. Grundrechte als 'Rahmen'C. Grundrechtsfragen im Rahmen korporativer KooperationD. Wettbewerblich geprägte KooperationsformenE. SchlussAndreas Musil: Gemeinsame Selbstverwaltung als KooperationsformA. EinleitungB. Begriff und Erscheinungsformen der gemeinsamen SelbstverwaltungC. Geschichte der gemeinsamen SelbstverwaltungD. Struktur und Tätigkeit des Gemeinsamen BundesausschussesE. Die demokratische Legitimation der gemeinsamen Selbstverwaltung am Beispiel des Gemeinsamen BundesausschussesF. SchlussMarkus Thiel: Kooperative untergesetzliche Normsetzung im GesundheitwesenA. EinleitungB. 'Kooperation' und 'untergesetzliche Normgebung'C. Untergesetzliche Normgebung im GesundheitswesenD. KritikE. FazitEkkehard Hofmann: Korporative KooperationA. EinleitungB. Der instituionenökonomische AnsatzC. Die korporative Kooperation nach dem SGB VD. FazitHans-Jürgen Bickmann: Neue Kooperationsformen von Ärzten und KrankenkassenA. KooperationsformenB. Gesundheitspolitischer Hintergrund