In dieser Neubewertung des frühen Briefwechsels zwischen dem römischen Redner Fronto und seinem berühmtesten Schüler Marc Aurel (2. Jahrhundert n. Chr.) untersucht Wytse Keulen die mimetische Wirkung ihrer auffallend 'authentischen' Intimität. Keulens Analyse fokussiert auf die Publikumswirksamkeit der Briefe als soziale Performance, die redegewandte Selbstdarstellung und höfliche Konsensbildung gekonnt miteinander verknüpft. Er versteht Frontos Briefsammlung als künstlerische Einheit, die von Fronto selbst veröffentlicht wurde: Indem die Korrespondenz Briefe und Antworten zu einer bedeutungsvollen, übergreifenden Struktur verwebt, verwandelt sie Frontos Freundschaft mit dem zukünftigen Kaiser in ein literarisches Denkmal für beide Briefpartner. Die Briefsammlung erweist sich dank dieser von Fronto selbst verantworteten Konzeption als ein mehr als würdiger Nachfolger des Briefprojekts von Plinius dem Jüngeren. Ihr Vorbild übertrifft sie gar durch ihre dramatische Wirkmacht und fesselnde Intimität.
Geboren 1968; 2003 Promotion (Universität Groningen); 2009 Habilitation (Universität Rostock); Mitarbeiter auf DFG-Projektbasis an der Georg-August-Universität Göttingen.
Part One: Community of LettersChapter 1. Ritualised CommunicationsChapter 2. convivium in litterisChapter 3. salutatio in litterisPart Two: Theatre of LettersChapter 4. Epistle-in-Character: Scripted Roles and Lettered EthopoeiaChapter 5. Epistolary Theatricality: Communication and Meta-CommunicationPart Three: Corpus of LettersChapter 6. mea oratio extabit. Fronto's Literary Letter CorpusChapter 7. Liber I: Imagination and ExposureChapter 8. Liber II: Occasion and ExtemporisationChapter 9. Liber III: Instruction and ResistanceChapter 10. Liber IV: Conflict and ReconciliationChapter 11. Liber V: Intimisation and InCORPoration