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Dieser Band führt einerseits die Publikation "Eskalation durch Berichterstattung" von Brosius und Esser (1995) inhaltlich weiter. Andererseits gehen die Autoren in theoretischer, methodischer und ländervergleichender Hinsicht völlig neue Wege. Das seinerzeit im Kontext von Hoyerswerda, Rostock, Mölln und Solingen entwickelte Eskalationsmodell wird nun für den deutlich erweiterten Zeitraum bis zum Jahr 2000 geprüft. Die Befunde zeigen, dass eine eskalierende Wirkung der Medien von politischen Faktoren und gesellschaftlichen Diskursen abhängt, wobei gewalttätigen Schlüsselereignissen eine entscheidende Bedeutung zukommt. Im internationalen Vergleich weist das deutsche Problem der Fremdenfeindlichkeit mehrere Besonderheiten auf. Die aufmerksame Beachtung des deutschen Ausländerthemas in internationalen Medien ist u.a. darauf zurückzuführen, dass Parallelen zwischen der aktuellen Problemlage und der nationalsozialistischen Vergangenheit gezogen werden.
Frank Esser ist Hochschulassistent am Institut für Publizistik der Universität Mainz.Bertram Scheufele ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität München.Hans-Bernd Brosius ist Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität München und Direktor des Medien Instituts Ludwigshafen.
1 Täter, Medien und Effekte Einführung und Überblick.- 1.1 Wiederkehrende Aktualität der Gewalt gegen Fremde.- 1.2 Profil fremdenfeindlicher Straftäter.- 1.3 Bedeutung der Massenmedien.- 1.4 Bedeutung von Schlüsselereignissen.- 1.5 Untersuchte Effekte.- 1.6 Entstehungszusammenhang der Studie.- 2 Eskalation durch Berichterstattung? Ein Erklärungsmodell für die Verbreitung fremdenfeindlicher Gewalt nach der Wiedervereinigung.- 2.1 Gewalt gegen Fremde Anfang der neunziger Jahre.- 2.2 Stiften die Medien zu fremdenfeindlichen Straftaten an?.- 2.3 Das Eskalationsmodell von Brosius und Esser.- 3 Eskalation in Krisen- und Normalphasen Der Zusammenhang zwischen Medienberichterstattung und Fremdenfeindlichkeit in den neunziger Jahren.- 3.1 Fremdenfeindlichkeit und Zuwanderung ab August 1993.- 3.2 Anlage der Untersuchung.- 3.3 Ergebnisse.- 3.4 Annahmen des Eskalationsmodells in der Normalphase.- 3.5 Keine Eskalation in der Normalphase?.- 3.6 Diskussion.- 4 Eskalationsprozesse 2000 Gewalt- und Berichterstattungswellen als Resonanzeffekte von ‚Düsseldorf‘ und ‚Sebnitz‘.- 4.1 Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Jahr 2000.- 4.2 Politischer und gesellschaftlicher Diskurs im Jahr 2000.- 4.3 Hypothesen.- 4.4 Untersuchungsanlage.- 4.5 Deskriptive Ergebnisse: Die Berichterstattung im Jahr.- 4.6 Ergebnisse zum Einfluss der Berichterstattung auf fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalt.- 4.7 Diskussion der Befunde zu Medienwirkungen.- 4.8 Framing- und Koorientierungseffekte im Fall Sebnitz.- 4.9 Folgerungen: Eskalation und Deeskalation.- 5 Mediale Kultivierung des Fremden Mehrstufige Klimaeffekte der Berichterstattung: Medien, Problemgruppen, öffentliche Meinung und Gewalt am Fallbeispiel ‚Kurden‘.- 5.1 Forschungstraditionen zur Ausländerberichterstattung.-5.2 Kurden und PKK als neuer Untersuchungsgegenstand.- 5.3 Deskriptive Perspektive: Ausländer in den Medien.- 5.4 Wirkungsperspektive: Führt die Berichterstattung über Gewalt von Fremden zu tatsächlicher Gewalt gegen Fremde?.- 5.5 Diskussion.- 6 Deutschland im internationalen Scheinwerferlicht I: Rechte Mobilisierung Gelegenheitsstrukturen für kollektive Gewalt: Ein ‚deutsches Problem‘ im internationalen Vergleich.- Überblick: Erkenntnisgewinn des internationalen Vergleichs.- 6.1 Der „Gelegenheitsstrukturansatz“ als Erklärung für die Mobilisierung kollektiver Gewalt in Deutschland und Europa.- 6.2 Internationale Migration: Deutschlands Zuwanderungssituation im Ländervergleich.- 6.3 Einstellungen gegenüber Fremden im internationalen Vergleich.- 6.4 Wenn Einstellungen zu Handlungen werden: Wahlerfolge rechter Parteien und Verbreitung rechter Straftaten im Ländervergleich.- 6.5 Zusammenfassung und Folgerungen: Rechte Gewalt und Strategien ihrer Begrenzung in Deutschland.- 7 Deutschland im internationalen Scheinwerferlicht II: Ausländisches Medienecho Nachrichtenwerte und Nationenimage bei der Berichterstattung über ein ‚deutsches Problem‘.- 7.1 Deutsche Fremdenfeindlichkeit in der internationalen Presse: Einflussfaktoren der Nachrichtenauswahl.- 7.2 Medieninhaltsanalyse von acht internationalen Nachrichtenmagazinen.- 7.3 Nachrichtenwerte und Nationenimage unter der Lupe: Schweizerische und britische Tagespresse über deutsche Fremdenfeindlichkeit.- 7.4 Zusammenfassung und Folgerungen: Nachrichtenfaktoren, Nationenimagefaktoren, Systemfaktoren.- 8 Ursachen fremdenfeindlicher Einstellungen in 15 Ländern Europas Haltungen der EU-Bürger zu Angehörigen anderer Nationalität, Rasse und Kultur von Jürgen R. Winkler.- 8.1 Forschungsdesiderat:Fremdenfeindliche Orientierungen in Europa.- 8.2 Erklärungsansätze von Fremdenfeindlichkeit.- 8.3 Die empirische Bestimmung der theoretischen Konstrukte.- 8.4 Ergebnisse der empirischen Analyse.- 8.5 Zusammenfassung.- 9 Zusammenfassung.- 10 Literatur.