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Wie können Kapitalgesellschaften und Vereine Prinzipien und Werte rechtlich verbindlich in ihre Satzung integrieren? In wessen Zuständigkeit fällt eine solche Entscheidung und welche Folgen hat eine Wertebindung im Gesellschaftsrecht? Samy G. Sharaf bewegt sich mit dieser Fragestellung an der Schnittstelle zwischen klassischer gesellschaftsrechtlicher Dogmatik und der wachsenden Erwartung, dass Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen - etwa in den Bereichen Nachhaltigkeit, Menschenrechte oder der Bekämpfung von Extremismus. Fallstudien zu werteorientierten Satzungsklauseln eröffnen zudem einen Einblick in die notarielle Praxis auf diesem Gebiet. Der Autor stützt sich auf eine dogmatische Analyse des Vereins- und Gesellschaftsrechts, insbesondere des GmbH- und Aktienrechts. Er zeigt, dass die im Gesellschaftsrecht übliche Trennung von Zweck- und Gegenstandsänderungen mit unterschiedlichen Mehrheitsanforderungen historisch nicht haltbar und § 33 Abs. 1 S. 2 BGB außerhalb des Vereinsrechts nicht anwendbar ist. Rechtsvergleichende, rechtsgeschichtliche, verfassungstheoretische und verhaltensökonomische Ansätze vertiefen die Analyse und ermöglichen in der Gesamtschau eine umfassende Vermessung satzungsmäßiger Wertebindungen und ihrer Wirkung im Innenverhältnis wie gegenüber Stakeholdern.
Geboren 1995; Studium der Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München; 2020 Erste Juristische Prüfung; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht der LMU München; 2025 Promotion; Rechtsreferendariat am OLG München.
Kapitel 1: Einführung§ 1 Einleitung und Vorstellung der ForschungsfrageKapitel 2: Welche Prinzipien und Werte?§ 2 Grundlagen zur Charakterisierung von Werten und Prinzipien im Sinne dieser Arbeit§ 3 Systematisierung anhand von Fallstudien§ 4 Äußere Gestaltungsgrenzen für VerbandsprinzipienKapitel 3: Wer kann mit welchen Mehrheiten Werte und Prinzipien festlegen und verändern?§ 5 Einführung in die herrschende Trennung von Zweck und Gegenstand des Unternehmens§ 6 Historische Entwicklung der Satzungsänderungsnormen als Wegweiser§ 7 Das System der Grundlagenänderungen im Übrigen§ 8 Folgerungen dieses Kapitels für die Änderung von VerbandsprinzipienKapitel 4: Was bewirkt eine Satzungsverankerung?§ 9 Auslegung der übrigen Satzung sowie des dispositiven Rechts§ 10 Strikte Bindung der Organe im Innenverhältnis§ 11 Begrenzte Wirkung im AußenverhältnisKapitel 5: Wie und warum sollte dieses Instrument verwendet werden?§ 12 Ökonomische Effekte und Aspekte§ 13 Überlegungen de lege ferendaKapitel 6: Einordnung der Ergebnisse§ 14 Beantwortung der Forschungsfrage und Schlussgedanken§ 15 Zusammenfassung in Thesen