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Was bedeutet es, wenn MitarbeiterInnen in Organisationen, die TeilnehmerInnen an Fortbildungen oder die Mitglieder von Arbeitsteams in paradoxer Weise aufgefordert werden, sich selbst zu steuern? Steuern alle oder keiner? Mussen alle gleich sein oder sind Unterschiede zulassig? Das Thema der Selbststeuerung in sozialen Systemen wird in diesem Buch von zwei Seiten her beleuchtet, namlich in Auseinandersetzung mit dem systemtheoretischen Konzept der Selbststeuerung und der angewandten Gruppendynamik, in der die Gruppe als reflexives und selbststeuerndes Sozialsystem eingesetzt wird. Die Beitrage dieses Bandes gehen folgenden Fragen nach: Wie passen systemische Theorie und gruppendynamische Praxis zusammen? Wo gibt es Widerspruche? Wie kann man Selbststeuerung als Individuum, Gruppe oder Organisation lernen? Gemeinsamer Bezugspunkt der Beitrage ist das Verstehen und die Begleitung von Veranderungsprozessen von einzelnen Menschen und sozialen Systemen mit gruppendynamischen Interventionen und Methoden.Daruber hinaus werden die Auswirkungen des Konzepts der Selbststeuerung auf die Rolle der Trainer- und BeraterInnen beschrieben und Umsetzungsbeispiele aus der Erwachsenenbildung, der Ausbildung von Fuhrungskraften und der Organisationsberatung dargestellt.
Dr. phil. Dipl.-Psych. Karl Schattenhofer ist Trainer für Gruppendynamik (DAGG) und Supervisor (DGSv). Dr. Wolfgang Weigand ist Professor im Fachbereich Sozialwesen an der Fachhochschule Bielefeld.
Otto Hürter gewidmet.- I: Selbststeuerung und Gruppendynamik: Fremde Konzepte?.- Gruppendynamik als Praxis der Selbststeuerung in sozialen Systemen.- Feldtheorie und Systemtheorie.- Beobachten, Nichtverstehen und Intervenieren. Die besten Steuermänner stehen am Ufer — die besten Steuerfrauen auch.- Was frag-würdig ist und ambivalent macht. Annäherungen eines Gruppendynamikers an das Konzept der Selbststeuerung.- II: Lernprozesse.- Lern-Prozesse — oder: Wie man als Teilnehmerin eines Gruppenprozesses lernen kann, als Leiterin Gruppenprozesse zu steuern.- Gefühlsarbeit in Dienstleistungsberufen. Selbststeuerung oder Kommerzialisierung von Gefühlen.- III: Die Rolle des Trainers und Beraters.- Wandel in der Trainerrolle.- Leitung und Prozeß: Vom Bestimmen zum Verhandeln.- Geleitete Selbstorganisation — Ein Paradox.- IV: Praxisprojekte.- Selbstorganisation und die Aufforderung zur Freiwilligen Selbstverantwortlichkeit — Erfahrungen mit einem paradoxen Lernkonzept in der Erwachsenenbildung.- Die Angst vor dem Chaos oder: Wer weiter springen will, muß einen Schritt zurücktreten.- Führung und Zusammenarbeit. Praxisbezogenes Training für Führungskräfte.- Verantwortung statt Verwaltung. Externe Organisationsuntersuchung als Beitrag zur Entwicklung von Selbststeuerung in der Sozialbürokratie.- Autorenverzeichnis.