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In seinen späten Schriften definiert Dietrich Bonhoeffer den Menschen als 'Dasein für Andere'. In der 'Ethik' erreicht seine langjährige Auseinandersetzung mit Heideggers 'Sein und Zeit' ihren Höhepunkt. In dieser Arbeit beleuchtet Christian Schlenker dieses komplexe Verhältnis, indem sie Bonhoeffers kritische Bezugnahme und Abgrenzung in Bereichen wie Subjektivitätskritik, Transzendenz- und Seinsfrage sowie Freiheit und Verantwortung untersucht. Durch die genaue Analyse dieser Auseinandersetzung und Kritik wird der radikal christologische Charakter von Bonhoeffers Ethik hervorgehoben.
Geboren 1991; 2011-18 Studium der Ev. Theologie, Mathematik und griechischen Philologie an der Universität Tübingen und der Tufts University, Medford MA; 2018-24 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Tübingen.
1. Einleitung1.1. Zielsetzung und Methode der vorliegenden Arbeit1.2. Überblick über Bonhoeffers expliziten Verweise auf Heidegger1.3. Bisherige Forschung zum Verhältnis Bonhoeffer - Heidegger1.4. Aufbau und Kapitelübersicht der vorliegenden Arbeit2. Die Entstehung der Problem- und Fragestellung von Bonhoeffers Ethik im theologiegeschichtlichen Kontext seiner Zeit2.1. Akt-und-Sein als Erkenntnisproblem bei R. Seeberg, K. Holl, und E. Hirsch2.2. Akt-und-Sein als Transzendenzproblem: Offenbarung und Geschichte2.3. Das "ethische Problem"I Verstehen und Glauben: Erkenntniskritik3. Vorbemerkungen: Subjekt- und Erkenntniskritik4. Selbstverständlichkeit und Selbstrechtfertigung4.1. Das "Wissen um Gut und Böse" als Zeichen des Sündenfalls4.2. Die Welt als Möglichkeitsbestimmtheit des Daseins4.3. Existenziale Möglichkeit und Entzweiung: Bonhoeffers und Heideggers Kritiken der subjektivitätstheoretischen Voraussetzungen im Vergleich5. Die Scham und der Andere: Grenzen des Selbstverstehens5.1. Scham als Hermeneutik der Einsamkeit5.2. Mitwelt und Mitsein5.3. Infragestellung des Subjekts und die Unmöglichkeit der Wer-Frage6. Bonhoeffers Kritik des Gewissens6.1. Das Gewissen in Sein und Zeit6.2. Aufnahme und Kritik der Gewissenskonzeptions Heideggers in Bonhoeffers Ethik6.3. Wer bist du? - Die Möglichkeit der Erkenntnis Christi7. Die menschliche Existenz simul justus et peccator7.1. Der Mensch als Maßstab: Konflikt und Richten7.2. Unechtes und echtes Tun: Evangelium und Gesetz7.3. Glaube und Liebe7.4. Christliche Selbstprüfung: Die Buße8. Zwischenfazit8.1. Zusammenfassung und Ausblick8.2. Rückbindung der erkenntnistheoretischen Annahmen der Ethik an die frühere Kritik an R. Seeberg, K. Holl und E. HirschII Christuswirklichkeit: Transzendenz und Endlichkeit9. Überleitung: Transzendenzfrage und Seinsfrage10. Die Zeitlichkeit des Daseins und die Transzendenz der Welt10.1. Die Einheit der Sorge in der ekstatischen Zeitlichkeit des Daseins10.2. Das Nichts und die Transzendenz der Welt10.3. Die Geschichtlichkeit des Daseins11. Christuswirklichkeit11.1. Letztes und Vorletztes11.2. Christuswirklichkeit11.3. Erbe und Verfall - Konturen der geschichtlichen Wirklichkeit12. ZwischenfazitIII Freiheit und Verantwortung13. Vorbemerkung zu Verantwortung und Freiheit bei Bonhoeffer und Heidegger13.1. Exkurs : Verantwortungsethik und Folgenzurechnung14. Freiheit und Verantwortung in Sein und Zeit14.1. Freiheit in Sein und Zeit14.2. Der Tod, das Schicksal und die Unvertretbarkeit des Daseins14.3. Spuren der Verantwortung in Sein und Zeit15. Verantwortung und Freiheit in Bonhoeffers Ethik15.1. Verantwortung als Antwortgeschehen15.2. Stellvertretung und Schuldübernahme15.3. Der konkrete Bereich endlicher Verantwortung15.4. Das Wagnis der Freiheit16. Fazit: Die Flucht in das Man und Verantwortung für das Alltägliche