Die Genesis gehört zu den wirkmächtigsten Büchern des Alten Testaments: Die Erzählungen der biblischen Urgeschichte haben in unserem Kulturraum das Selbst- und Weltbild wie kaum ein anderes Literaturwerk geprägt und über Jahrhunderte den wichtigsten Orientierungspunkt für die Kosmologie und Anthropologie geboten. Die Geschichte der Erzeltern Abraham und Sara und ihrer Nachkommen ist ein Grundtext für die Identität des biblischen und nachbiblischen Israel. Der vorliegende Band vereinigt ausgewählte Studien von Jan Christian Gertz, in denen er sich der Entstehungs- und Auslegungsgeschichte sowie der Theologie des Buches Genesis zuwendet, die Bedeutung der biblischen Urgeschichte im Kontext der Literatur- und Geistesgeschichte des alten Vorderen Orients beschreibt und der Frage nach dem Verhältnis des Buches Genesis zur folgenden Exoduserzählung nachgeht.
Geboren 1964; 1993 Promotion an der Universität Göttingen; 1998 Habilitation an der Universität Göttingen; Ordinarius für Altes Testament an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg.
1. Jean Astruc und die Quellenscheidung in der Genesis2. Quellenscheidung und Redaktionskritik im Buch Genesis3. Die Entstehung der biblischen Urgeschichte4. Antibabylonische Polemik im priesterlichen Schöpfungsbericht?5. Von Adam zu Enosch. Überlegungen zur Entstehungsgeschichte von Genesis 2-46. "Im Schweiße deines Angesichts ..." Alttestamentliche Perspektiven zum Thema "Sinn der Arbeit - Ethos der Arbeit"7. Lesarten der Erzählung von Kain und Abel8. Genesis 5 - Priesterliche Redaktion, Komposition oder Quellenschrift?9. Beobachtungen zum literarischen Charakter und geistesgeschichtlichen Ort der nicht-priesterschriftlichen Sintfluterzählung10. Noah und die Propheten. Rezeption und Reformulierung eines altorientalischen Mythos11. Gottes Reue, Noahs Rettung und Jeremias Umkehrpredigt. Anmerkungen zur traditionsgeschichtlichen und literarhistorischen Verhältnisbestimmung von Genesis 6,5-8; 8,20-22 und Jeremia 18,7-1212. Hams Sündenfall und Kanaans Erbfluch. Anmerkungen zur kompositionsgeschichtlichen Stellung von Genesis 9,18-2913. Ham und die Hamiten. Anmerkungen zu einer kulturgeschichtlich bedeutsamen ethnogeographischen Klassifizierung in der biblischen Urgeschichte14. Babel im Rücken und das Land vor Augen. Anmerkungen zum Abschluss der Urgeschichte und zum Anfang der Erzählungen von den Erzeltern Israels15. Abraham, Mose und der Exodus. Beobachtungen zur Redaktionsgeschichte von Genesis 1516. Wie Jakob zu seinem Großvater gekommen ist. Anmerkungen zur Komposition der nicht-priesterschriftlichen Erzelternerzählung17. Zusammenhang, Trennung und Selbständigkeit der Bücher Genesis und Exodus im priesterlichen und nachpriesterlichen Pentateuch