Während für den professionellen Fußball in öffentlichen Diskursen eine Globalitätsannahme häufig nahezu unhinterfragt gilt, wird hinter dem Amateurfußball grundsätzlich eher das Lokale vermutet. In dem Buch wird argumentiert, dass diese Einschätzungen eher als idealtypisch zu bewerten sind. Die Ausgangsthese lautet, dass in der Welt des nicht-professionellen Fußballsports die Orientierung an und die Auseinandersetzung mit dem professionellen Fußball ein wichtiger Antrieb von fortlaufender lokaler Selbstkonstruktion und -verortung ist. Auf der Grundlage vergleichender ethnografischer Feldarbeit werden empirisch zwei ‚Kunstrasenprojekte‘ eines deutschen und eines englischen Amateurvereins, ein internationales Nachwuchsturnier im Westerwald sowie die Kooperation des Nachwuchsleistungszentrums eines Bundesligavereins mit seiner Partnerschule (Eliteschule des Fußballs) vergleichend untersucht.
Dr. Kristian Naglo ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie an der Philipps-Universität Marburg.
Einleitung.- Zwischen Amateuren und Profis, Globalität und Lokalität.- Imaginäre, Kernaktivität, Event und Krise.-Metamorphose eines Kreisligavereins: Kunstrasenprojekt und Events beim BSV Bielstein.- Der ‚Westerwälder Keramik-Cup‘: Das Event wird zum Verein.- Mehrsprachige Welten des Fußballs: Das Beispiel des FC Victoria Rosport in Luxemburg.- Schlussbetrachtungen: Eine vergleichende Analyse.